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Häufige Fragen zu


Wetten / Profi-Rennen

 

Wetten

Eine der ersten Fragen, die häufig gestellt wird, wenn man erzählt, man habe mit Windhundrennen zu tun, ist:

"Kann man dabei wetten?"

  Nein, kann man nicht. Und das ist auch gut so, ganz abgesehen davon, dass es zur Zeit in Deutschland noch!! verboten ist. Wir befürchten aber, dass durch die Öffnung der EU die Möglichkeit gegeben wird, professionelle Hunderennen durchzuführen. Wir wollen das nicht. Geschäft geht zu Lasten der Tiere. Wir wollen keine Verhältnisse wie in einigen anderen europäischen Ländern, in denen Windhunde nur solange leben, wie sie bei Rennen Geld einbringen, und das zum Teil unter Verhältnissen, die jeder Beschreibung spotten. Die Hunde wissen es zwar nicht, aber sie rennen teilweise im wahrsten Sinne des Wortes um ihr Leben.

 

Windhunde sind bei uns in den wenigsten Fällen Zwingerhunde, sondern sie leben mit ihren Haltern im Haus. Wir wollen, dass es so bleibt, und dass Hunderennen eine Freizeitbeschäftigung für unsere Hunde und für uns sind.

An wen kann man sich mit Fragen wenden?

Im Prinzip an jeden, der sich auf dem Gelände tummelt. Wenn Sie an jemanden geraten, der nicht Mitglied des Vereins ist, - verzweifeln Sie nicht. Es findet sich jemand anderes. Und wenn Sie jemanden sehen, der sich intensiv mit einem Hund beschäftigt, fragen Sie jemand anderen. Der Hund geht in diesem Fall vor.

Oder per E-Mail an eine der aufgeführten Adressen der Mitglieder.


Profi-Rennen / Windhundrennen und Tierquälerei

 

Es ist uns ein besonderes Anliegen, hier Stellung zu Falschinformationen und Teilinformationen über unsere Tätigkeiten zu beziehen. In Presse und Fernsehen sind hin und wieder Berichte über Hunderennen und Windhunde zu sehen, in denen Verhältnisse und Hundeschicksale dargestellt werden, die dem Betrachter das Grausen lehren können, und uns genauso.

 

Es sind Bilder und Berichte von Hunden,
- die ihre Tage mit minimalster Versorgung in engsten Käfigen verbringen müssen,
- die, an einen Stein gebunden, ersäuft werden,
- die reihenweise an Bäumen aufgehängt werden,
- die von Hochsee"sport"anglern als lebende Köder für Haie benutzt werden ....
 

Diese Bilder gehen den meisten von uns mit Sicherheit mehr an die Nieren als den Lesern oder Fernsehzuschauern, die Windhunde nicht in ihrem täglichen Umgang kennen gelernt haben oder gar keine Hundehalter bzw. -liebhaber sind. Soweit diese Berichte keine Sensationshascherei sind, haben wir keineswegs etwas dagegen, dass solche Reportagen gezeigt werden. Aber die Fairness gebietet das Nennen von Roß und Reiter. Wir in Deutschland möchten mit diesen verantwortungs- und rücksichtslosen Tierquälern, welche für diese Verhältnisse die Verantwortung tragen, keineswegs verwechselt oder gar in einen Topf geworfen werden.

 

Es gelten in Deutschland andere Tierschutzgesetze und es herrschen komplett andere Verhältnisse als in den Ländern aus denen diese Bilder stammen. In der Regel handelt es sich um Bilder aus Spanien, Irland, England und den USA. In diesen Ländern wird Windhundrennsport professionell betrieben, teilweise sogar subventioniert. Die Hunde dienen also nur der Wertschöpfung und wenn sie ihren Shareholdervalue nicht einbringen,  werden sie business like vom Markt genommen und entsorgt. Und das je billiger desto besser. Stricke und Steine sind billig bis kostenlos und wiederverwertbar. Eine Spritze kostet Geld, bringt nichts ein und widerspricht so auf eklantante Weise der Forderung nach Profit. Und wenn man sie gar noch als Köder verkaufen kann, was will man mehr? Es ist erschreckend und beschämend.

 

Im Unterschied dazu wird bei uns Windhundrennsport ausschliesslich als Hobby betrieben, das uns nur Geld kostet und kein Geld einbringt, da Wetten nicht akzeptabel und verboten sind und es auch keine Preisgelder gibt. Zudem leben die meisten Windhunde im Haushalt ihrer Halter. Das stellt eine ganz besondere soziale Beziehung her, anders als in Ländern mit professionellen Rennen. Windhunde werden dort häufig als Geldanlage gekauft und professionellen Trainern und Pflegern überlassen. Viele Eigentümer bekommen ihre Hunde nie zu Gesicht.

 

Allerdings haben die Verhältnisse hierzulande auch zur Folge, dass es für einige Medien nicht interessant genug ist, darüber zu berichten. So stand z.B. im Stern 45/2001 ein Bericht über Verhältnisse im Profirennen. Dass die Verhältnisse bei uns vollkommen andere sind, wurde nicht erwähnt. Der Präsident des DWZRV, unseres Dachverbandes, hatte daraufhin folgenden, übrigens nicht im Stern veröffentlichten, Leserbrief an die Stern-Redaktion geschrieben:

 

Leserbrief zu Ihrem Artikel "Lauf oder stirb!" im Stern Nr. 45 vom 31.10.2001
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Ihrem Artikel "Lauf oder stirb!" haben Sie die erschütternden Zustände im Profigeschäft der irischen, englischen und spanischen Rennbahnen aufgezeigt und einem breiten Publikum einen Sachverhalt dargestellt, der sonst nur wenigen Insidern bekannt war. Dafür bedanke ich mich bei Ihnen sehr herzlich, sie haben jedem Tierfreund aus der Seele gesprochen.
Den fast 5000 Mitgliedern des Deutschen Windhundzucht- und Rennverbandes ist das brutale Geschäft mit den Greyhounds im Profibereich bereits seit langem bekannt und wir waren auch maßgeblich an der Unterschriftenaktion beteiligt, die 1999 zur Streichung der EU-Zuschüsse in Irland geführt hat. Nach meinen neuesten Informationen werden jetzt allerdings wieder EU-Zuschüsse bezahlt, die über das Irische Landwirtschaftsministerium an die Nutztierbetriebe, d.h. auch an die Greyhoundzüchter gehen. Hier sollten Sie zusammen mit uns Ihre Stimme erheben.
Ebenso wurde ich informiert, dass ein großes deutsches Unternehmen an den irischen Rennbahnen beteiligt ist. Letzte Beweise liegen mir allerdings noch nicht vor.
Mir ist es ein Anliegen, bekannt zu machen, dass die von Ihnen beschriebenen Verhältnisse in Deutschland nicht zutreffen. In unserem Verband sind Windhundbesitzer, Windhundzüchter und ca. 50 Rennvereine mit etwa 30 Rennbahnen zusammen geschlossen. Alle Veranstaltungen werden ehrenamtlich organisiert, es gibt keine Geldpreise und es darf nicht gewettet werden. Unsere Mitglieder halten ihre Windhunde als Hausgenossen, die nicht selten 15 bis 17 Jahre alt werden. Wenn in Deutschland ein Windhund auf die Rennbahn kommt, dann jagt er mit Freude hinter dem künstlichen Objekt her und befriedigt damit sein Bewegungsbedürfnis. Vor jedem Rennen muss er eine tierärztliche Kontrolle bestehen und spätestens mit 8 Jahren ist seine aktive Rennbahnkarriere beendet.
Einige unserer Mitglieder haben einen unabhängigen Verein für in Not geratene Windhunde gegründet, der von uns immer wieder unterstützt wird und auch bei anderen Greyhound-Rettungsaktionen waren Mitglieder von uns maßgeblich beteiligt.
Ich würde mich freuen, wenn Sie diese Aspekte der Windhundzucht und des Windhundrennens in Deutschland in Ihrer Zeitschrift bringen würden und lade Sie herzlich ein, sich auf einer unserer Veranstaltungen selbst davon zu überzeugen, dass es uns um die Windhunde geht.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Erich Zimmermann

 

Dass die aktive Rennkarriere mit 8 Jahren beendet ist, bedeutet übrigens nur, dass die Hunde nicht mehr an Rennen teilnehmen dürfen, damit niemand auf den Gedanken kommt, ihnen in diesem Alter noch eine Belastung zuzumuten. Der Hintergrund ist also ein reiner Schutzgedanke.
Leider oder auch Gott sei Dank - je nach Gesichtspunkt - haben wir keine Lobby bei den Medien. Allerdings sind auch nicht alle Berichte so negativ. Ende 2001 wurde ein Bericht in einem dritten Programm von einem Rennen in der Nähe von Stuttgart gezeigt, der ein ganz anderes Bild zeigte. Auch der Bericht des WDR vom Rennen des WRV Münster im Mai 2001 war eben nur ein Bericht und keine Hascherei nach dekorativem Elend wie vor einigen Jahren bei einem Bericht von RTL. Die Hauptattraktion dieses sensationshaschenden RTL-Reports bestand im mehrfach gezeigten Sturz eines Greyhounds, selbstverständlich auch in Zeitlupe. Es erinnerte stark an Reportagen des grossen Harry Valerien von Skirennen. ("Ogottogott, was war das ein schlimmer Sturz. Regie, können wir das bitte noch einmal sehen?"). Wir wissen nicht mehr, ob der Hund sich wirklich schwer verletzt hatte oder sich aufgerappelt hat und weiter gerannt ist. Aber darauf kam es den Machern dieser Reportage ja schliesslich auch nicht an. Die Reporter hatten das Glück, dabei zu sein, wie ein Greyhound stürzte, und sie haben es offenbar genossen, der Welt ihr Entsetzen mitzuteilen.

 

Verletzungen kommen vor und lassen sich bei aller Sorgfalt auch nicht ausschliessen. In den Rennvereinen wird in aller Regel viel Sorgfalt darauf verwendet, das Geläuf in guten Zustand zu bringen. Nichtsdestotrotz kommt es hin und wieder zu schweren Unfällen. Nun mag man einwenden, wenn es doch gefährlich ist, Hunde auf der Rennbahn laufen zu lassen, warum tut man es dann überhaupt?

 

Zum einen gibt es für manche Halter keine anderen Möglichkeiten, ihren Hunden eine artgemässe Bewegung zu verschaffen. Die Möglichkeiten zum Freilauf werden immer weiter eingeschränkt. Alle Hunde brauchen Bewegung, und Windhunden kann man sie eben u.a. auf der Rennbahn verschaffen.
Aus den Erfahrung in unserem Verein können wir dazu sagen, dass Verletzungen bei Rennen deutlich seltener vorkommen  als Verletzungen im Alltag beim Toben über Stock und Stein. Das mag man glauben oder als Schutzbehauptung werten, es ist nun einmal so. Wir selbst sehen auf den unterschiedlichsten Rennbahnen schon schlimme Unfälle. Auch solche, bei denen das jeweils verletzte Bein der betroffenen Hunde nicht mehr gerichtet werden konnte. Aber in Summe zu den gezogenen Rennen und Trainings liegt das Verletzungsrisiko im Promillbereich. Gefährlicher sind sicherlich die Fahrten zu den Veranstaltungen.

 

Obwohl das Risiko einer ernsthaften Verletzung also sehr gering ist, ist es in unserem Verband immer wieder ein Thema, diese Risiken weiter zu verringern. Um eins von mehreren Beispielen zu nennen: Vor einiger Zeit wurde eine Hochgeschwindigkeitskamera benutzt, um in aller Deutlichkeit analysieren zu können, wo sich bereits beim Start mögliche Risiken befinden und wie sie evtl. beseitigt werden können. Die Erkenntnisse daraus wurden umgesetzt. Die Einzelheiten führen hier sicher zu weit, weil sie detaillierte Kenntnisse voraussetzen. Ein anderes Beispiel: Vor einigen Jahren war es bei einem Titelrennen (etwa vergleichbar einer Deutschen Meisterschaft) mittags dermaßen heiß, dass der anwesende Tierarzt empfohlen hat, das Rennen zum Schutz der Hunde abzubrechen. Dieser Empfehlung wurde widerspruchslos gefolgt. Seitdem kommt es jeden Sommer dazu, dass Rennen abgebrochen werden oder ein Training nicht stattfindet. Es gibt dann übrigens kein Startgeld zurück. Kann man sich vorstellen, dass Menschen so etwas tun, wenn ihnen die Gesundheit der Hunde nicht wichtiger ist als ihr Ehrgeiz? Wir meinen: Nein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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