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Ein Beitrag von Karl-Heinz Mittelfarwick im UW 4/1988 Absolut nicht. Nachdem der WRV Münster sich 1985 von den Herren Gillett und Trawny von den Vorteilen einer Sandbahn hat überzeugen lassen, wurde mit dem Bau einer neuen Vollsandbahn begonnen. Verschiedene Sandproben wurden von Experten in England begutachtet. Am geeignetsten war eine Mischung aus feinem Sand mit einem lehmigen Bindeanteil von ca. 40%. Das ganze Geläuf wurde etwa 20 cm tief ausgehoben und mit ca. 1.400 m Sand wieder aufgefüllt. Im April 1986 konnte mit Trainingsläufen begonnen werden. Nachdem wir die Technik im Griff hatten, zogen wir am 14. Sept. 1986 ein Werberennen. Dieses Rennen brachte dem WRV Münster die uneingeschränkte nationale Lizenz ein. Unter stetiger Verbesserung der Anlage, z.B. Beregnungsanlage und elektronischer Zeitnahme, können wir heute auf 4 Veranstaltungen, ein gelungenes Landessiegerrennen und ca. 60 Trainingstage mit jeweils ca. 20 Läufen zurückblicken. Es muß festgestellt werden, daß die Bahn auch unter extremen Bedingungen alle Erwartungen voll erfüllt hat. Ob strömender Regen oder große Hitze, es ist uns keine bahnbedingte Verletzung bekannt geworden und alle Rennläufe konnten durchgezogen werden. Selbst 3 spektakuläre Stürze mit mehreren Salti hatten keine Verletzungen zur Folge. Die Hunde konnten ihr Rennen jeweils fortsetzen. Durch die gut funktionierende Beregneranlage trocknet die Bahn nie aus und es entsteht kein Flugsand, der zu Augenentzündungen geführt hätte. Die allgemein positive Resonanz ist uns allzeit Verpflichtung gewesen, unseren vierbeinigen Athleten bestmögliche Rennbedingungen zu bieten. All dieses und auch der gute Eindruck, den Herr de Waal, Vorsitzender der europäischen Rennkommission, anläßlich seines Besuches im Oktober 1987 gewinnen konnte, hat die UICL auf ihrer Sitzung im Januar 1988 dazu veranlaßt, dem WRV Münster die internationale Lizenz zu beurkunden. Somit betreiben wir die einzige Vollsandbahn im DWZRV-Bereich, die mit internationaler und nationaler Lizenz ausgestattet ist. Mit Beginn der Rennsaison 1988 (19.3. falls das Wetter es zuläßt - Anfragen tel. 02533/1630) können wir unseren Windhund-freunden auch eine Kurzstrecke (275 m) anbieten. Auch in Zukunft gehört unser Bemühen dem Erhalt und weiteren Ausbau unserer Rennanlage zum Wohl unserer Hunde. Nach 2 Jahren der Bewährung können wir also behaupten: Wir haben nicht auf Sand gebaut.
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Bestandsaufnahme - Auf Sand gebaut ? Eine weitere Betrachtung von K.-H. Mittelfarwick 04.1995 Nachdem ich diese Frage schon einmal überdacht habe und nur positiv beantworten konnte (UW 4/88), muß ich heute, nach neunjähriger Erfahrung die gleiche Antwort geben. Zur Erinnerung einige Daten : Am 9.3.85 veranlaßte ein ebenso engagierter wie sachlicher Vortrag der Herren Gillet und Trawny die Jahreshauptversammlung des WRV Münster mit 27 zu 3 Stimmen bei 2 Enthaltungen sich für den Bau einer Vollsandbahn zu entscheiden. Unter z.T. widrigen Wetterverhältnissen wurde das Geläuf ca. 25 cm tief ausgehoben. 1500 Kubikmeter eines sehr feinkörnigen, im Tagebau gewonnenen Sand-Lehm-Gemisches (60: 40) wurden wieder eingebracht und glatt gezogen. Dieser Sand wurde aus mehreren in England geprüften Sorten ausgesucht. In der Folge kam es durch Verdichtung immer wieder zu Absackungen, die durch neuen Sand ausgeglichen werden mußten. Eine zufriedenstellende Festigkeit und Konsistenz stellte sich erst 4-5 Monate später ein. Nach Errichten der Galgenanlage, des Schiedsrichterhauses, einer Lautsprecheranlage, etlicher Zäune und Absperrungen und v. a. einer Waschanlage für die Pfoten konnte am 31.5.86 das erste Training auf der neuen Sandbahn stattfinden. 32 Windhunde aller Rassen überzeugten sich von der guten Geläufbeschaffenheit und widersprachen dem Vorurteil von schwerem Bahn und in die Augen fliegenden Sand. Voraussetzung für eine Sandbahn ist aber eine effektive Bewässerungsanlage, damit das Geläuf nicht austrocknen kann. Diese Anlage mit 42 Regnerköpfen (Scheibenwischereffekt) konnte ebenfalls rechtzeitig in Betrieb genommen werden. In der Folgezeit mußten noch viel Geld und Zeit investiert werden, um unseren Beitrag für die Erhöhung der Sicherheit unserer Hunde zu steigern. Wachsende Erfahrung und der Einsatz neuen und besseren Gerätes brachten uns am 30.12.86 die unbeschränkte Lizenz des DWZRV und am 24.1.88 die internationale Lizenz der UICL Selbstverständlich hörten unsere Verbesserungs- und Erhaltungsaktivitäten damit nicht auf. So wurde mit Beginn der Saison 88 der 275 m Start errichtet. Unsere damalige Galgenanlage wurde durch zusätzliche Brücken verbessert. 1991 folgte dann der 350 m Startkasten. In der Winterpause 91/92 konnte die Galgenanlage durch eine Hasenzug-System Winkler ersetzt und mit Beginn der Saison 92 in Betrieb genommen werden. Und natürlich wurde immer wieder neuer Sand eingebracht bei akribischer Pflege der Geläufoberfläche. In der Winterpause 94/95 wurde ein neuer Innenzaun erstellt. Ein 50 cm hohes, kunststoffummanteltes, an den Knotenpunkten verschweißtes Drahtgeflecht mit ca. 12 cm Bodenabstand wurde an schaumstoffgepolsterte, nachgebende Kunststoffpfähle montiert. Die Kurven sind mit 120 Kubikmeter neuem Sand leicht überhöht worden (ca. 3%) und sollen in Kürze auf 8% Überhöhung gebracht werden. Die positive Antwort der eingangs gestellten Frage fällt mir auch unter folgendem Aspekt leicht: in neun Jahren veranstalteten wir 21 Rennen mit 515 gemeldeten Greyhounds. Des Weiteren hatten wir ca. 243 Trainingstage mit durchschnittlich 12 Greyhounds (die Trainingszahlen basieren auf Aufzeichnungen der letzten 4 Jahre). Dabei ist mir keine geläufbedingte schwere Verletzung zu Ohren gekommen. Verzeihen Sie mir, wenn ich "kleinere" Verletzungen, wie sie auf allen Bahnen vorkommen und deren Vorgeschichte ich nicht kenne, nicht zu den schweren Blessuren zähle. Dies bestätigen Greyhoundfreunde aus dem In- und Ausland durch ihr Erscheinen und allgemeine Anerkennung. Dazu kommt, daß viele Windhundbesitzer ihren Hund nach einer längeren Verletzungspause gerne auf Sand erstmalig wieder an den Rennsport heranführen. All dies ist uns natürlich größte Verpflichtung auch weiterhin für bestmögliche Bedingungen für Hunde und Besitzer zu sorgen. Eine gute Windhundrennbahn ist nie fertig. Am 21.6.87 wurden die ersten "Sandbahnmeister Münster" ermittelt. Dieses Rennen wird am 14.5.95 zum 9. Mal ausgerichtet. |